Kurze Zwischenfrage vorweg: Geht es nur mir so, oder wirkt mobile Software seit Jahren irgendwie… festgefahren? Klar, die Oberflächen werden schicker, überall poppt KI auf, aber ich sehe kaum mutige Sprünge, was das eigentliche Nutzungskonzept angeht. Wenn ich an „Zukunft“ denke, dann stelle ich mir eher eine Software vor, die kontextbasiert arbeitet – also Apps, die nicht mehr im klassischen Sinne „geöffnet“ werden, sondern ihre Funktionen situationsbezogen anbieten. Beispiel: Kalender, der in der U-Bahn automatisch erkennt, dass ein Meeting ausfällt, und mir das entsprechende Ticket stornieren hilft – ganz ohne dass ich manuell irgendwas antippen muss. Ist jetzt vielleicht ne blöde Frage, aber warum experimentiert kaum jemand mit solchen Automatisierungen? Datenschutz hin oder her, es gibt doch Wege, sowas userseitig zu kontrollieren.
Ein anderer Aspekt: Ich halte die Trennung zwischen Smartphone und Tablet für künstlich. Software könnte längst so gebaut sein, dass der Wechsel zwischen Geräten komplett nahtlos läuft – und zwar nicht nur, was die Synchronisierung angeht, sondern dass Apps live mitwandern. Szene: Ich mache auf dem Handy ein Foto, mein Tablet liegt daneben, und – bäm – das Bild poppt unmittelbar und ohne jegliche Aktion im passenden Tablet-Editor auf. Kein Cloud-Gefrickel, kein „öffnen mit...“, sondern ein Ökosystem, in dem Software wirklich „mobil“ ist, im Sinne von: Sie bewegt sich zusammen mit mir und meinen Geräten.
Etwas, das meines Erachtens massiv unterschätzt wird: Lokale Netzwerke und Peer2Peer. Warum machen wir alles über das Internet, wo doch gerade für schnelle Interaktionen (Spiel, Dateiübertragungen, Notfall-Tools) auch direkte Verbindungen sinnvoll wären? Software könnte viel resilienter werden, wenn sie sich nicht mehr auf zentrale Server verlässt, sondern lokale Gruppen erkennt und zusammenarbeitet – zum Beispiel beim Austausch von Kontakten, Notizen oder sogar Mini-Apps. Kennt ihr Beispiele, wo sowas schon mal richtig durchgezogen wurde?
Und noch so ein Gedanke: Wenn Nachhaltigkeit ein echtes Ziel ist, müsste Software sich je nach Situation selbst anpassen können, um Ressourcen zu sparen – z.B. weniger Hintergrundprozesse, reduzierte Bildschirmhelligkeit, oder sogar eine vereinfachte UI, wenn der Akku knapp wird. Bislang lösen das die Betriebssysteme mehr schlecht als recht, aber warum nicht stärker auf App-Seite denken? Vielleicht ist’s ein Nischenthema, aber ein bisschen stört es mich, dass „grüne“ Software meistens einfach nur Statistiken hübsch anzeigt…